Lebensgeschichten von mir und Menschen, die ich unterwegs getroffen habe



10. Mai 2020

LonelyroadART: Ein kleiner Shop für große Abenteurer.

Ich gebe es zu. Ich hamstere Fotos wie andere Leute Klopapier. Allerdings nicht erst seit Corona, sondern since ever. Dabei ist es interessanterweise das kleine Arschlochvirus, das mich endlich dazu gebracht hat, in den Schlund gelber Windows-Ordner zu blicken.

Wo Bilder von nächtlichen Expeditionen zu den Sternen, Sonnenaufgängen in Wüsten und Bergen im Tiefschnee lungern. Bilder, für die ich weit gereist und in aller Herrgottsfrühe aufgestanden bin. Für die ich mir das Knie aufgerissen und vor Angst so geschlottert habe, dass mir sofort drei graue Haare gewachsen sind.

Nach fast drei Wochen mit Zehn-Stunden-Schichten ist er nun endlich da: Mein kleiner Shop mit wunderbaren Fotografien für euch to go!


1. Dezember 2019

WG mit Opa (95): Das Leben eiu Drama.

„Als du mich bestellt hast, war normal ausverkauft“, sage ich zu meinem Papa.

Es ist kurz vor Weihnachten 2018. Als mein Onkel mir sagt, dass er nicht mehr zur Chemotherapie geht. „Und jetzt?“, frage ich.

„Nichts.“, sagt er. Ein kleines Wort. Das alles bedeutet. 
Als ich im Mai nach 30 Stunden Flug in die USA um zwei Minuten vor Mitternacht ins Motel falle, logge ich mich ins WiFi ein. Die erste Nachricht, die ich bekomme, ist, dass mein Onkel gerade verstorben ist.

Ein Ereignis, das letztlich dazu geführt hat, dass ich mein Tiny House nach nur einem dreiviertel Jahr wieder verkauft habe. Um zu meinem 95-jährigen Opa zu ziehen. Das Leben. Eine Achterbahn.

5. Mai 2019

Tattoos: Mein lebendes Bilderbuch.

Tattoos, Sons of Anarchy

Das geht nie wieder weg.” Dieser Blick. Als wäre ich geradewegs durch nassen Zement gelatscht. Zugegeben, Tattoos sind nichts für Menschen, die es nicht geschissen kriegen, Entscheidungen zu treffen. Ich habe mit 14 meinen ersten Entwurf gezeichnet. Inzwischen sind zehn weitere Motive dazugekommen. Sie alle erzählen eine Geschichte über mich. Mein Leben, meine Reisen, mein Wesen, meine Werte. Warum sie nicht nur Kunst und Ausdruck sind, sondern auch Erinnerung, Mahnung und Ermutigung – gegen Ängste, den Tod, für Träume und als Buch, das erst zu Ende ist, wenn ich zu Ende bin.

24. April 2019

Colitis Ulcerosa: Was soll die Scheiße?

Diagnose Colitis Ulcerosa, Lebensmut, Lonelyroadlover

Ich liege auf dem Fußboden, drücke die Stirn gegen das kalte Parkett und versuche, einfach nicht vollkommen die Beherrschung zu verlieren. Ein Krampf im Unterleib jagt den nächsten.

„Ich muss Sie jetzt ins Krankenhaus schicken", sagt die Ärztin voller Mitleid.

Es folgen drei Tage, in denen ich high von der Magenspiegelung und auf der Suche nach W-Lan das Krankenhaus aufmische.

Kurz darauf die Diagnose: Colitis Ulcerosa. Die kleine Schwester von Morbus Crohn. Lebenslange chronische Darmentzündung.

Heulen? Kann ich, wenn ich tot bin! Wie ich vom Fußboden aufgestanden bin und der Krankheit die Stirn biete.


31. Dezember 2018

2018: Verrückter ging's nicht!

Selbstständigkeit, digitaler Nomade, lonelyroadlover

Es ist der 1. Januar 2018. Ich sitze am Küchentisch und zeichne mit Bleistift ein melancholisches Bild von einer Katze neben einer tropfenden Kerze. Ich habe keinen Job mehr, nichts klappt und alles ist scheiße.
Heute ist der 31. Dezember 2018. Ich besitze eine eigene Firma, bin 11 Wochen lang gereist, habe meine langjährige Beziehung beendet, bin umgezogen, habe meinen Seelenverwandten gefunden und mir ganz kurz vor knapp noch ein Tiny Home gekauft, in das ich Anfang 2019 einziehen werde. Mein Euphorie-Level liegt kurz vor LSD. Eine Chronologie des Wahnsinns.

24. Dezember 2018

Um drei Uhr Nachts zu Fuß durch Paris.

Nachts in Paris - Flughafen Charles de Gaulle

Es ist viertel vor drei in der Nacht als mein Handy vibriert. Es ist mein ganz normaler Weck-Ton, doch es fühlt sich an, als würde jemand „LAST CHRISTMAS!“ in mein Ohr schreien. Um 7 Uhr landet meine amerikanische Reisebegleitung am Charles de Gaulle Flughafen und ich werde sie dort überraschen. Ich habe ein beklopptes Plakat gebastelt und hatte den Plan, gegen 5 Uhr mit der Metro zum Hauptbahnhof zu fahren und dann mit der Bahn zum Flughafen.

Daraus wurde am Ende ein 5,3 Kilometer langer Fußmarsch durch das nächtliche Paris mit Begegnungen der dritten Art.

25. November 2018

Trennung - Zahltag für den Lebenstraum.

Irgendwo zwischen den Wolken und stürzenden Bächen habe ich es gewusst: Wenn ich zurückkomme, dann wird mein Leben auseinanderbrechen. Implodieren. Acht Jahre lang war ich mit meinem Freund zusammen. Wir hatten gute Zeiten und beschissene Zeiten.
Und dann realisierst du, dass dein Traum nicht der von jemand anderem ist. Und dass du nur zwei Optionen hast: dich belügen und bleiben oder deinem inneren Ruf folgen und gehen. Vor einem Monat habe ich allen Mut genommen und bin gegangen.


24. Juni 2018

5 Jahre ohne Dich: im Gepäck bist immer Du.

Tod, Gedanken, Reise, Inspiration

Ich sehe einen Zitronenfalter vor mir auf dem Schotterweg, bevor alles verschwimmt. Es hätte keine perfektere Beerdigung sein können. Für einen Menschen, der mein Leben mit seinem Mut, seiner Unerschrockenheit, seiner Hartnäckigkeit, Warmherzigkeit, Verrücktheit, Reiselust und schließlich dem wortlosen Abschied inspiriert und für immer verändert hat: Meine Oma Erika.

23. Mai 2018

Radtour: Von Bayern nach Andalusien.

Radtour Bayern Andalusien

München. Zwanzig Grad und Sonne. Silvia und Thomas schieben ihre Fahrräder auf die Straße. Die Drahtesel sehen ein bisschen aus wie bepackte Kamele. Mit zwei Reifen, statt zwei Höckern. Alles stimmt für eine kleine Radtour. Und die geht mal eben von München nach Tarifa. Andalusien. Spanien. Der südlichste Punkt des europäischen Festlandes. Eine Geschichte darüber, sich selbst auszutesten und die Verbundenheit zur Natur wiederzufinden.

20. April 2018

Maria hat Mut: Planänderung Nepal.

Solo trip Nepal Neuseeland, Auslandssemester

Ich traf Maria im Frühjahr 2016. Da war sie mitten in ihren Planungen für ein Auslandssemester in Neuseeland. Für sie ist es allerdings längst nicht dabei geblieben. Aus einem Studium "down under" wurde bei ihr eine Selbstfindung, an deren Ende sie allein in Nepal landete. Zwischen flatternden, bunten Stoffen, dem schneebedeckten Himalaya und einer großen Selbsterkenntnis.


7. April 2018

Mein neues Leben nach der Langzeitreise.

September 2017. Am liebsten würde ich sofort wieder meine Koffer packen und mich in ein Flugzeug knallen. Oder zu Hause total zurückgezogen ein Buch über mein Abenteuer schreiben. Aber das funktioniert nur im Film. In der Realität bin ich umzingelt von Krankenkassenbeiträgen, Mietkosten und Lebenslauflücken. Kaum einer fragt noch „Wie war denn dein Trip?“ – aber alle wollen wissen: „Was machst du eigentlich jetzt?“

Eine Geschichte über die Unmöglichkeit, nach einer langen Reise einfach wieder zurückzukommen.

29. März 2018

Vanlife: Von der Fabrik in die Freiheit.

Indigo und ihr Hund Zelda leben Vollzeit in einem zum Camper umgebauten Pick-up. „Ursprünglich haben wir mal in einem umgebauten Van gewohnt aber irgendwann war er hinüber und jetzt haben wir den Camper“, erzählt sie. „Wir leben jetzt schon seit einigen Jahren auf diese Weise – und ich kann aus vollster Überzeugung heraus sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich je getroffen habe.“ Sie hätte diese Worte nicht sagen müssen. Sie stehen in ihrem Ausdruck wie Konfettiregen.

4. März 2018

Mit dem Fahrrad durch den Oman.

Bunt und winzig schmiegen sich die Zelte an die schroffe Felswand. Statt Tapete schmücken Palmen den Hintergrund. Statt der Deckenlampe funkeln die Sterne. Daneben Fahrräder im Staub bepackt mit dicken Gepäckträgertaschen. Lutz Bothe und seine drei Freunde sind auf Tour. Allerdings nicht durch das beschauliche Münsterland, sondern durch den arabischen Wüstenstaat Oman.


Ehrliche Lebens- und Reisegeschichten mit einem scharfen Schuss Humor. Ein Blog, der dir in den Hintern tritt, damit du endlich rausgehst und lebst. ♥

Honest life and travel stories flavored with hot spices of black humor. A blog that kicks your ass and makes you go out and live your life. ♥


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