"Du bist Toll!" – Eine Mutmachgeschichte.

Vom Vollpfosten in der Schule zur weltreisenden Unternehmerin.

24. Mai 2020

Ich bin sechzehn und gehe in meinen Lieblingsbuchladen. Gleich neben der Eisdiele, wo der Typ hinter der Theke immer so aussieht, als hätte er schon mal jemandem einen Betonklotz an die Füße gebunden. Ich möchte das neue Buch von diesem bekannten, deutschen Thriller-Autor kaufen und gehe in die Krimi-Abteilung. Sebastian Fritzek oder so. Ich schaue unter FR nach. Doch da ist nichts. Nach wenigen Sekunden fühle ich mich so, wie eigentlich 24 Stunden am Tag: unsicher und dumm. Zwischen pathetisch und panisch. Dann kommt auch noch eine nette Buchverkäuferin und lächelt. „Kann ich helfen? Was suchen Sie denn?“ Alles dreht sich. Ich werde rot und schwitze. Ich spüre, wie die Worte in meiner Kehle verdunsten. „Nichts“, sage ich nur und will sterben. Dann laufe ich weg. Der Autor hieß Fitzek. Deshalb habe ihn unter FR nicht gefunden.

 

Nichts. Ganz viele Jahre in meinem Leben war ich nichts. Wenn ich das heute erzähle, glaubt mir keiner. Heute führe ich ein eigenes Unternehmen, spreche vor 100 Leuten auf Englisch in einem Museum und bringe wildfremde Menschen an Tankstellen mit spontanen Sprüchen zum Lachen. Was ist passiert?

Hier werfe ich einen sehr persönlichen Blick auf Themen, die viele etwas angehen, aber über die nur wenige offen reden. Mobbing, Selbstzweifel, unterirdisches Selbstbewusstsein. Wie man aus der Scheiße rauskommt und vor allem endlich begreift: Ich kann das. Und ich bin toll!

Mobbing: ohne Selbstbewusstsein bist du verloren

Mobbing in der Schule, Hass, Schüchternheit
Manche Menschen sind wie Blumen: Wenn du drauftrittst, sind sie kaputt

Sagen wir mal so: Ich war immer das komische Kind. Ich fand Kinder nämlich schon im Kindergarten scheiße. Die waren mir immer zu laut, zu vulgär, zu gemein. In der Schule wurde es dann noch schlimmer. Ein Versprecher und es wurde offen gelästert. Von denen, die etwas Besseres waren. Die sich gaben wie Models, während ich offenbar aussah wie ein Müllsack. Jedenfalls gaben sie mir das durch Blicke und Worte zu verstehen. Dadurch wurde ich noch unsicherer. Ich verhaspelte mich häufiger. Das Gelächter wurde größer. Ja, es gab scheinbar Wetten darauf, wann Sarah wieder etwas total Dämliches sagen würde. Irgendwann sagte ich gar nichts mehr. Ich wusste alle Antworten. Aber wenn ich den Mund aufmachte, war ich wie im Buchladen.

Manchmal wurde ich rot, während ich nur überlegte, etwas zu sagen. „Sarah, mündlich vier minus“, knallte mir die Lehrerin um die Ohren. Ja, dann war ich wohl jetzt offiziell scheiße mit der Tendenz zum Totalausfall. Passte zum Müllsack. Was Menschen, die sich zum Spaß an den Ängsten und Fehlern anderer ergötzen, nicht merken, ist, wie krass schnell der andere in eine Spirale nach unten gesogen wird. Wenig Selbstbewusstsein, mehr Unsicherheit, mehr Fehler, mehr Gelächter, weniger Selbstbewusstsein. Etwas, das einen auf Jahre kaputtmachen kann. Manche sogar für ein Leben.

Der Tiefpunkt und der Wendepunkt

Mobbing und Hasskommentare, Selbstbewusstsein, Probleme in der Schule
Ende im Gelände mit dem Scheiß jetzt!

Wenn ich nach Hause kam, gab es noch mehr Gelächter. Vier minus? Das hatte ich mir ja mit Sicherheit verdient. Für das Abitur wäre ich ohnehin viel zu dumm. Ja, für manche unvorstellbar: Es ist nicht überall „Unsere kleine Farm“ in der Familie. Wenn ich morgens losging, hatte ich Bauchschmerzen vor den Schulstunden. Wenn ich nachmittags nach Hause ging, hatte ich Bauchschmerzen beim Anblick der Einfahrt zum Hof. Wem ich davon erzählt habe? Niemandem. Denn wenn du dich fühlst, als wärst du nichts wert, dann glaubst du auch nicht, dass dich jemand ernst nimmt oder dir sogar helfen würde. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mir sicher war, dass ich das alles sogar verdient hätte. Ein absoluter, totaler Tiefpunkt in meinem Leben. Nichts ging mehr.

 

Bis ich eines Tages in einem Zug saß. Tausend Kilometer von Zuhause entfernt. Ich war abgehauen. Einfach so. Ich schaute aus dem Fenster in die rasende Landschaft und plötzlich dachte ich: Entweder ich verrecke jetzt oder ich mache etwas. Es war ein Moment wie ein Kippschalter. Was war das eigentlich für ein Scheißdreck in diesem Leben? Immerzu hörte ich, was andere über mich redeten. Immer hatte ich es geglaubt. Die kann nichts, die ist hässlich, die ist dumm und ist ein Loser. Aber was sagte ich eigentlich über mich selbst? Wenn ich die ganzen Hater und Mobber mal auf stumm schaltete. War ich wirklich grundsätzlich hässlich, dumm und ein Nichts? Oder war mir das nur durch permanente, psychische Artillerie in meine Gedanken geschossen worden? War ich eigentlich total bescheuert, dass ich mir das jahrelang anhörte, ohne je daran zu zweifeln? Plötzlich war da eine Energie. „Denen zeige ich es“, sagte ich leise. Es war das erste Mal, dass ich mit gut fühlte. Nach Jahren. Plötzlich wusste ich, wenn nichts Gutes von außen kommt, dann muss ich selbst das Gute sein. Oder das war’s mit dem Leben.

Wenn aus Lethargie positive Wut wird

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Berge sind da, um zu beweisen, dass man auf den Gipfel kommt

Auf diese großartige Initialzündung folgten golfballdicke Rückschläge. Wenn ich mich im Sportunterricht mal wieder auf die Fresse legte oder mir Orangensaft über die Jacke schüttete. Ist es nicht krass, wie man in dieser Gesellschaft beurteilt und behandelt wird, wenn man etwas macht oder einem etwas passiert, das nicht in den Rahmen passt? Nach außen hin hatte sich also gar nicht viel geändert. Doch im Geheimen begann ich, an meiner Einstellung zu arbeiten. „Jetzt machst du das beste, verfickte Abitur aller Zeiten“, sagte ich zu mir selbst. „Weil ich weiß, dass ihr Unrecht habt, und ich werde es euch beweisen.“ Plötzlich war ich nicht mehr lethargisch, sondern wütend. Als in Chemie wie üblich affig gelacht wurde, während ich an der Tafel stand, wusste ich plötzlich Bescheid und schmierte mal eben alle Formeln hin. Erst glotzte meine Lehrerin, dann auch der Rest. „Sarah hat eine Eins im letzten Chemietest“, sagte eines der Supermodels, als hätte ihr jemand Phenolphthalein in die Fresse geträufelt. Als in Deutsch der Klausurenspiegel angeschrieben wurde, und es nur einmal die volle Punktzahl gab, höre ich ein Seufzen aus der coolen Reihe hinter mir: „Das ist eh wieder Sarah.“

 

Nein, es gab kein Happy End an diesem Punkt meines Lebens. Nachdem ich das Zeugnis in der Hand hielt, warf ich die Tür zu diesem Lebensabschnitt zu. Ich musste weg. Und ich meine: ganz weg.

Tabula rasa in einem neuen Leben – alles auf Anfang

Hass im Alltag, Schüchternheit, Vergangenheitsbewältigung
Neuanfang nach dem Sturm

Als ich mit dem Studium anfing, zog ich zugleich aus. Weg aus der Kleinstadt, in der ich am liebsten durch den Wald gelaufen war, weil dann keiner sehen konnte, wie ich über den Rinnstein gestolpert bin oder mich im Buchladen blamiert habe. Weg von der Familie. Weg von der Vergangenheit. Als ich die Uni betrat, glotzte keiner und sagte: „Alter, das ist Sarah, der alte Vollhonk!“ Niemand kannte mich. Tabula rasa.

 

Bevor ich das erste Mal eine Präsentation vor dem Kurs halten musste, schmiss ich mir Valium ein. Denn es war wieder da. Ich, wie ich vor Menschen stand, die lachten. Ich, die knallrot wurde und Schwitzflecken bekam. Ich, die auf einmal nur noch stammelte. So vieles war besser geworden. Doch alte Traumata sind wie Schmeißfliegen. Die kommen immer wieder zurück. Ich hielt die Präsentation. Nach dem Vortrag kamen Kommilitonen zu mir und fragten mich nach weiteren Infos, weil sie es so interessant gefunden hatten. Mein Professor sagte, er kann mir nur eine 1.2 geben und keine 1.0, weil ich so dermaßen „wie ein Maschinengewehr“ geredet hätte. Sonst sei es aber richtig gut gewesen. Momente, wie diese, wiederholten sich. Bis auf einmal mein Designprofessor hinter mir stand und meinte: „Ich würde Sie gern für ein Stipendium vorschlagen.“

Der Angst ins Gesicht sehen

Angstbewätigung, Mobbing, Psychoterror
Der Angst ins Auge sehen

Vorsichtig drehte ich mich um. Da war niemand. Er lachte. „Ich meine Sie!“, erklärte er dann noch einmal nachdrücklich. Ich guckte blöde. Als ob. „Sie wissen schon, dass Sie zur Leistungsspitze gehören?“, fragte er ernsthaft. Nee, wusste ich nicht. Ich hatte halt einfach Bock, Journalismus zu studieren und ich gab einfach wieder mein Bestes. „Sagen Sie nicht immer einfach“, sagte mein Prof streng. Jahre später weiß ich, dass er vermutlich gesehen hat, in welchem Selbstbewusstseinsloch ich immer noch saß. Danke, Professor Dr. Liebig, dass Sie immer an mich geglaubt haben, auch wenn Sie meine Selbstzweifel über meine Bachelorarbeit in den Wahnsinn getrieben haben müssen.

 

Eigentlich war es eh komplett verrückt, Journalismus zu studieren. Da musste ich auf Terminen mit fremden Menschen reden. An jedem einzelnen Abend, an dem ich als Lokaljournalistin rausgegangen bin, hatte ich Schweißausbrüche. Vier Jahre nachdem ich weggegangen war von allem, was den Mist verursacht hatte. Doch ich wusste, der Dämon Angst musste bekämpft werden. Indem ich ihm in die Augen sah. Immer und immer wieder. Auch, wenn es nur sehr langsam besser wurde und oft sehr schwer war.

Wie ich lernte, gegen meine Ängste anzutreten

Lebensentscheidungen, Abschluss mit der Vergangenheit, Selbstbewusstsein
Es ist in Ordnung, anders zu sein - gerade oder schief

Später, nachdem ich angefangen hatte, als Social Media Managerin in einem Kunstmuseum zu arbeiten, sollte ich spontan die Direktorin bei einer Ausstellungseröffnung vertreten. „Sie machen das morgen in der Sparkasse. Es kommen auch nur so hundert Leute“, sagte sie lässig zu mir und drückte mir einen Wikipedia-Eintrag in die Hand. „Die Rede habe ich noch nicht geschrieben, das schaffen Sie schon!“ Seltsamerweise war mein erster Gedanke nicht mehr Das geht schief!, sondern Das traut sie mir zu!

Gegen Ende meines Jobs trank ich plötzlich Kaffee mit Ralph Ruthe, organisierte eine Pressekonferenz auf Englisch und schmiss das halbe Marketing.

 

Im Anschluss bin ich für vier Monate solo durch die USA gedüst, wo ich mich mit noch mehr Angst-Affen wie Flugangst, Angst im Dunkeln und Angst vor Reifenpannen duelliert habe. Und um noch ein Schippchen draufzulegen, machte ich mich danach als freie Texterin und Fotografin selbstständig. Arbeiten von überall her. Scheiß auf 9 to 5. Inzwischen bin ich seit mehr als zwei Jahren in meinem eigenen Unternehmen tätig und der Laden läuft.

 

Werden meine Neurosen irgendwann komplett verschwinden? Nein. Werde ich nie wieder Fehler machen oder mich unsicher fühlen? Nein. Wird mir jemals wieder jemand einreden können, ich sei dumm, hässlich oder nichts? Nein! Ganz bestimmt nicht. Denn die Spirale funktioniert auch andersherum: Gutes Selbstbewusstsein, mehr Sicherheit, weniger Fehler, mehr Anerkennung, mehr Selbstbewusstsein. Wenn ich mich heute mitten in der Stadt auf die Fresse lege, stehe ich wieder auf, lache, mache einen Spruch, der bestenfalls auch anderen noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert, und gehe weiter.


Tipps: Was kann ich euch aus dieser Geschichte mitgeben?

Selbstbewusstes Leben, Mobbing überwinden, Tipps gegen Mobbing
Du bist einmalig unter allen!

Der Schlüssel liegt für mich im Selbstbewusstsein. Es ist quasi das Immunsystem gegen Angriffe von außen. Wie man es bekommt, wenn man am Boden liegt? Da gibt es sicher viele verschiedene Wege. Von einem Aha-Moment mit innerem Willen, wie ich ihn hatte, bis zur professionellen, psychologischen Beratung. (Die übrigens kein „Irrenarzt“ ist. Irre sind nämlich nur die, die einem so eine Scheiße antun). Das Wichtigste ist, dass ihr diese Spirale durchbrecht. Meine Tipps und Gedanken dazu:

 

Wenn du denkst, du seiest hässlich, wertlos, dumm oder fehlerhaft, dann mache dir klar, dass diese Eigenschaften gar keine allgemeingültige Definition haben. Beispiel: Meine Tante findet eine gelbe Wohnzimmerwand wunderbar freundlich, meinen Onkel erinnert sie an das verpisste Bahnhofklo seiner Jugend und meine Cousine meint, das passt alles nicht zu ihrem roten Sofa, sähe sonst aber ganz gut aus. Ob etwas hässlich, wertlos, dumm oder fehlerhaft ist, kann also nur jeder Mensch ganz allein für sich selbst bestimmen. Was andere Menschen also über dich sagen und denken, ist einfach nur ihre persönliche – und manchmal leider ablehnende und ekelhafte – Meinung. Es hat nichts, aber auch überhaupt gar nichts damit zu tun, wer du wirklich bist. Oder denkst du, nur weil irgendein Oberpenner sagt, dass Gelb eine Scheißfarbe ist, dass das jetzt allgemein für die ganze Welt gilt? Das wäre doch wohl lächerlich. Was hat der denn überhaupt zu sagen? Oder besser: Who the fuck cares? Denke daran, wenn nächstes Mal jemand etwas Abwertendes über dich sagt: Was weiß der schon von Gelb und who the fuck cares?

Du bist toll – weil es dich gibt!

Persönliche Stärke, Selbstbewusstsein, gegen Mobbing, Mutmacher
Aufstehen, lachen und weitermachen

Das Wichtigste, das ich nach Jahren voller Selbstzweifel gelernt habe, ist: Ich bin toll! Und weißt du auch, warum? Weil ich Ich bin. Weil ich existiere und es mich nur ein einziges Mal gibt. Ich muss überhaupt nichts tun, können, beweisen oder sein, um toll zu sein. Tollsein ist etwas, mit dem man geboren wird. Es ist ein Grundrecht. Und zum Tollsein, gehört auch, scheiße zu bauen, sich zu irren, etwas Dummes zu sagen oder sich in der Stadt auf die Fresse zu legen. Denn wenn ich mich auf die Fresse lege, dann denken vielleicht drei Leute drumherum, dass ich blöd bin, keine Augen habe oder Elefantenfüße. Aber das sind bloß ihre persönlichen Meinungen. Also: Who the fuck cares! Ich weiß, dass ich über einen Stein gestolpert bin. Und das wird man in dieser verschissenen Welt ja wohl noch dürfen gepflegt tun dürfen!

 

Ich weiß, oft spielen äußere Umstände eine große Rolle, wenn wir uns unsicher, mies und wertlos fühlen. Und oft ist es schwer, sie zu ändern. Der Mobber sitzt auch morgen wieder in der Klasse oder am Arbeitsplatz, die Erinnerungen wiegen schwer und die Ängste erdrücken einen. Doch es gibt Dinge, die du selbst bewegen kannst. Jetzt sofort. Du weißt schon. Weil du toll bist! Dabei gibt es zwei Grundrichtungen:

Lass los, fang neu an und stelle dich dem Angstgetier!

Positives Selbstbild, Tipps gegen Mobbing und Hass, Stärken des Selbstbewusstseins
Lass dich nie unterkriegen - nie!

1. Das Weggehen: Verabschiede dich konsequent von allem, was dir wehtut. Nach und nach. Breche den Kontakt ab zu Menschen, die dich verletzen und herabsetzen. Ja, auch Freunde und Familie. Schreibe Bewerbungen für einen neuen Job oder eine ganz neue Ausbildung, wenn du jeden Tag mit Bauchweh zur Arbeit gehst. Wechsele die Schule. Zieh aus, zieh weg. Gehe dorthin, wo dich und deine Vergangenheit keiner kennt. Drücke auf „Reset“.

 

2. Das Stellen: Einige Dinge lassen sich nicht durch Weggehen regeln. Oder vielleicht möchtest du das auch gar nicht. Ich wollte meinen Traumberuf als Journalistin nicht wegwerfen, nur weil ich Angst hatte, mit fremden Menschen zu sprechen. Dann stelle dich. Blicke die Angst an und tu genau das, was der Schwitzflecke bereitet. Fange klein an. Wenn du Angst vorm Autofahren hast, dann brettere nicht gleich auf die A45, sondern fahre erstmal sonntags auf einem leeren Parkplatz rum. Mache dir bewusst: Du wirst nicht direkt beim ersten Mal deine Angst verlieren. Du wirst Rückschläge haben. Gibt nicht auf. Ich glaube, erst bei meinem fünfzigsten Zeitungstermin war ich zum ersten Mal nicht nervös. Bleib beharrlich und weiche nicht zurück vor dem alten Affen Angst. Wenn du beim Fußball nach einer Minute ein Gegentor bekommst, rennst du ja auch nicht in die Kabine.

 

Vor zehn Jahren hätte ich diesen Text nicht schreiben können. Selbstbewusstsein ist eine komische Sache. Es kommt nicht über Nacht aber dann ist es plötzlich da. Heute kann ich auf all den Scheiß zurückblicken und sagen: Es ist okay. Weil mich unter anderem der Scheiß zu der Person gemacht hat, die ich heute bin. Weil mich die Überwindung stark gemacht hat. Und weil ich heute weiß: Ich bin toll!

Kommentare: 8
  • #8

    Lonelyroadlover (Sonntag, 26 Juli 2020 13:42)

    Hi Nadine!
    Wie schön, dass dich der Text erreicht und bewegt hat. Und ich freue mich von Herzen, dass auch du diesen Scheiß überwinden konntest! Es ist so wichtig, dass man es schafft, sich davon zu befreien. Und solche Geschichten zeigen ja auch immer wieder, dass es einigen auch nach vielen Jahren noch gelingt, endlich aus diesem Muster auszubrechen. Ich wünsche dir alles Gute!
    Lieben Dank fürs Lesen. :)
    Sarah

  • #7

    Nadine (Freitag, 24 Juli 2020 22:33)

    Hallo Sarah,
    Deine Geschichte spricht mir aus der Seele! Auch ich war bis vor ein paar Jahren in diesen Situation und gefangen in totaler Unsicherheit.
    Ich konnte mich in vielen Zeilen wiedererkennen und an diese Zeit denken. Umso glücklicher bin ich darüber so zu sein wie ich bin und das es mir auch mittlerweile wirklich egal ist, was andere von mir halten und ich da auch einfach drüberstehen kann. Das wäre noch vor ein paar Jahren unvorstellbar gewesen.

    Danke für deine offenen, ehrlichen und total authentischen Texte. Ich lese sehr gerne von dir.
    Mach genauso weiter.

    Liebe Grüße,
    Nadine

  • #6

    lonelyroadlover (Dienstag, 02 Juni 2020 20:22)

    Hi Filipe,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal nicht leicht ist, alles in Worte zu fassen, was einem gerade bei so einem Artikel durch den Kopf geht. Ich hoffe auf jeden Fall, dass dir der Text etwas gebracht hat. :) Ich denke, das mit deiner Skandinavien-Reise können wir sicher noch nachholen. Wenn ich mal in Berlin bin oder du in NRW, können wir uns gern treffen!
    Liebe Grüße
    Sarah

  • #5

    Filipe (Montag, 01 Juni 2020 21:35)

    Liebe Sarah,

    ich müsste dir jetzt ganz viel Schreiben um alles rauszuholen, was mich gerade bewegt! Das geht jetzt nicht. Ich bin aber sehr berührt von deinem Text und freue mich über deinen Weg, über deinen Mut und über die Veröffentlichung deiner Erfahrungen!
    Eigentlich finde ich es schade, dass ich dir meine Geschichte (die Reisen durch Skandinavien und alles was damit zusammenhängt) nicht fertig erzählt hatte. Es war noch nicht die richtige Zeit dafür vorhanden. Evtl. (wenn du mal in Berlin sein solltest) würde ich mich sehr freuen mit dir in Austausch zu kommen. Das sagte ich dir ja bereits.

    Alles Gute dir und weiterhin viel Freude am Leben.

    Filipe

  • #4

    Lonelyroadlover (Sonntag, 31 Mai 2020 13:07)

    Hallo Julia!
    Lieben Dank für deinen Kommentar. :) Ich freue mich sehr, dass dir der Text etwas geben konnte. Ich finde es unheimlich wichtig, über solche Dinge offen zu reden. Wenn sie bloß einer Person Mut geben oder Gedanken anregen, dann war die Arbeit nicht umsonst!
    Liebe Grüße,
    Sarah

  • #3

    Julia (Mittwoch, 27 Mai 2020 21:58)

    Liebe Sarah,

    Was für ein toller, authentischer und beeindruckender Text!
    Deine mutigen Worte haben mich an vielen Stellen zum Nachdenken gebracht! Danke dafür!

    Liebe Grüße, Julia

  • #2

    Lonelyroadlover (Dienstag, 26 Mai 2020 21:36)

    Hey Peter,
    vielen Dank. :) Ich kenne auch Leute, die noch im hohen Alter damit Probleme haben und nie auf einen grünen Zweig gekommen sind. Das tut mir so leid, weil ich das Potenzial in diesen Menschen sehe aber - wie du schon sagst - es ist so schwer, an sie heranzukommen. Und ja, manchmal erreicht man noch das Gegenteil. Sigh.
    Ich finde deine Einstellung zu der Sache sehr gut. Sobald man etwas darauf gibt, was andere sagen, geht alles wieder von vorne los. Also. Einfach leben!
    Lieben Gruß!
    Schön, dass du hier bist. Deine Gedanken sind immer eine Bereicherung.
    Sarah

  • #1

    Don Pedro (Montag, 25 Mai 2020 21:41)

    Sarah,
    das Thema hast Du toll dargestellt. Deine Entwicklung ist bemerkenswert, da das nicht jeder so übersteht. Ich kenne welche, die mit 60 Jahren noch in dem Schneckenhaus wohnen, das sie sich schützend gebaut haben, um nicht anzu"ecken".
    Ihr Verhalten ist immer noch ängstlich und ihre Sprache selbstdiskrimierend.
    Aufbauend einreden ist oft sinnlos, da das "Wasser auf die Mühlen" geben oft Aggressionen auslöst (Selbsterkenntnis).
    Diese Erkenntnis alleine haut denen aber dann (in dem Alter) auch nicht mehr den Schalter rum.
    Selbst geht es mir nach jahrzehntelanger Selbstzweifel immer besser, da mich viele Leute, Situationen und Depressionen am Arsch lecken können. Ich bewerte nicht mehr und lasse mich nicht mehr bewerten. Wer das im negativen Sinne macht, fällt sofort dem Fallbeil zum Opfer.
    Schön, dass es Dich gibt Sarah. Es ist sehr lehrreich, Dir zu folgen.

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